Die Geschichte unseres Vereins
Inzwischen können wir auf eine über 100-jährige Vereinsgeschichte zurückblicken. In dieser Zeit ist eine Menge passiert und wir haben viele Dinge erreicht, auf die wir sehr stolz sind.
Hier finden Sie unsere Geschichte, wie alles anfing bis zur Gegenwart.
Chronik des Turnverein Delkenheim
(entnommen der Festschrift zum 100-jährigen Bestehen)
Betrachtet man die Geschichte des Vereins, so ist dies vergleichbar mit einer Reise durch die vergangenen 100 Jahre. Man erfährt mit der Geschichte des Vereins zugleich einen Teil der Geschichte Deutschlands.
1902
Am 11. Juli des Jahres 1902 gründete eine Reihe sportbegeisterter junger Leute aus Delkenheim den Turnverein. Delkenheim zählte damals etwa 800 Einwohner und die Jugend hatte ausser dem Kleintierzuchtverein und der Freiwilligen Feuerwehr keine Möglichkeit, ihre recht rare Freizeit zu verbringen. Es war noch Kaiserzeit, die einige wenige Jahre später sehr abrupt zu Ende gehen sollte. Die ca. 22 sportbegeisterten jungen Leute mussten ihren Sport noch auf einer Wiese ausüben, weil ein Vereinsheim oder gar eine Turnhalle nicht vorhanden waren. Karl Kern nahm das Haft in die Hand und hob mit seinen 21 Sportkameraden den Verein aus der Taufe. Der Vereinsbeitrag betrug damals 20 Pfennige und man kann durchaus davon ausgehen, dass eine Familie mit zwei oder auch mehr Kindern erhebliche Schwierigkeiten hatte, allmonatlich diesen Obolus aufzubringen. Aus diesem Grunde wurde der Beitrag denn auch gestaffelt, was heißen soll: Jungturner (man würde heute sagen “die Jugend”) zahlten die Hälfte und Kinder bis zum 14. Lebensjahr waren gar beitragsfrei.
1905
Bereits am 15. und 16. Juli des Jahres 1905 wurde erstmals ein Turner des TV Delkenheim in einer Festschrift des Turngaus Mitteltaunus erwähnt. Es war Wilhelm Wex, der mit seinem 27. Platz bei den Gaumeisterschaften dem Verein viel Ehre einbrachte.
1908
In diesem Jahr fand das Gauturnfest erstmals in Delkenheim statt; ein in zweierlei Hinsicht großes Ereignis. Es war die erste größere Veranstaltung unter Beteiligung des Vereins und gleichzeitig wurde auf diesem Fest die Vereinsfahne geweiht. Dazu ein Auszug aus dem damaligen Lokalblatt:
“Gauturnfest des Mitteltaunusgaues: Am Sonntag feierte der Mitteltaunusgau sein 18. Gauturnfest in Delkenheim. Der Gau kann sich beglückwünschen, dass er Delkenheim als Festort wählte. Wohl selten wurde ein Fest gefeiert, wo eine solche Einmütigkeit und Begeisterung unter den Einwohnern herrschten wie dort. Da ist die Feder zu schwach, um das zu schildern. Das muss man gesehen habe. Das ganze Dorf glich einem Tannenwald. Kein Haus war ohne Schmuck. Herzlich und freundlich wurden die Turner in Empfang genommen und jeder merkte sofort, hier herrscht Interesse für unsere gute Sache, hier bist du willkommen. Bei einbrechender Dunkelheit bewegte sich ein imposanter Fackelzug durch die Ortsstraßen. Am Kriegerdenkmal wurde ein Feuerwerk abgebrannt, welches den Beifall aller Anwesenden fand. In einer großen Halle des Gasthauses “Zur Krone” fand ein Kommers statt. Kopf an Kopf saßen die Teilnehmer. Der 1. Vorsitzende des TVD, Wilhelm Fein, eröffnete die Veranstaltung. Er wurde unterstützt durch die Sängervereinigung Harmonie. In einem fast endlosen Festzug zogen die Vereine und 130 aktive Turner zum Festplatz, wo die von den Delkenheimer Einwohnern gestiftete kostbare Fahne enthüllt und geweiht wurde.”
1918
Der erste Weltkrieg 1914 bis 1918 brachte auch über Delkenheim großes Leid. So kam eine große Zahl von Mitgliedern des TV Delkenheim gar nicht mehr oder schwer verwundet vom Kriegseinsatz zurück. Erst vier Jahre nach Kriegsende hatte sich der Verein von diesen schweren Schicksalsschlägen einigermaßen erholt. Dann jedoch war der Turnverein Delkenheim Gastgeber einer leichtathletischen Veranstaltung, der Gauturnfahrt.
1927
Der Verein konnte sein 25-ig jähriges Bestehen feiern, in dessen Folge er in die Lage versetzt wurde, ein Gelände zu erwerben, auf dem ein Turnplatz eingerichtet werden konnte. Es handelte sich um eben jenes Gelände, auf dem heute die Turnhalle steht. Geturnt wurde damals noch in der Gaststätte Zur Krone, da weder die Kommune noch der Verein über eine geeignete Halle, geschweige denn über die nötigen Mittel verfügten, eine Halle zu bauen oder anzumieten. Der Mitgliedsbeitrag war nach 1918 auf fünfzig Pfennige festgesetzt worden.
1930
Das Jahr 1930 ist als einer der Höhenpunkte in der Vereinsgeschichte zu verzeichnen, hatte man doch die Möglichkeit vom Reichsvermögensamt für 350 Reichsmark eine alte Militärbaracke zu erwerben. Sie wurde von den Vereinsmitgliedern in eigener Regie abgebaut und mit Pferdefuhrwerken von Kostheim nach Delkenheim gebracht. Das Gros der Vereinsmitglieder bestand damals aus Handwerkern, was sich als sehr nützlich bei Demontage und anschließender Montage der Halle erwies. Der Abbau wurde anscheinend so sauber und ordentlich durchgeführt, dass sich das Reichsvermögensamt veranlasst sah, dem Verein noch 50 Reichsmark aus der Kaufsumme gutzuschreiben. Überhaupt wurden und werden auch heute noch Renovierungsarbeiten und Erweiterungen der Turnhalle sowie der Anbauten, die im Laufe der Jahre noch durchgeführt wurden, immer in Eigenregie und durch Eigenleistung der Mitglieder erbracht. Ohne die tätige Mithilfe und den Einsatz der Vereinsmitglieder wäre so mancher An- und Umbau nicht zu realisieren gewesen. Inzwischen war der Verein auch auf ca. 80 Mitglieder angewachsen und die Welt war mitten in ihrer bis dato größten Wirtschaftskrise. Die 80 Mitglieder schafften nicht nur den Aufbau der Halle, sondern brachten auch mit Anteilsscheinen 1760 Reichsmark zusammen. Außerdem bürgten sechs Mitglieder für einen Kredit bei der Nassauischen Landesbank in Hochheim. In Zeiten hoher Arbeitslosigkeit und Wirtschaftskrise ein enormes privates finanzielles Risiko.
1931
Die Geschichte des Vereins wurde in einer Kupferrolle verpackt in den Grundstein der Halle eingemauert. Leider gingen die Kopie der Chronik sowie andere Unterlagen nach dem zweiten Weltkrieg verloren, so dass aus dieser Zeit nicht mehr allzu viel Informationsmaterial übrig ist. In dieser Zeit war Karl Kreuter Schriftführer des Vereins. 1938 wurde er dann zum 1. Vorsitzenden gewählt. Karl Kreuter war es auch, der die erste noch erhaltene Chronik schrieb.

1928 und 1938 nahmen Turner des TVD an den Deutschen Turnfesten und Köln und Breslau teil. Es gab immer wieder Mitglieder des Vereins, die über die Gaugrenzen hinaus durch ihre Leistungen bekannt waren und damit auch den Bekanntheitsgrad des Vereins erhöhten.
Fortsetzung folgt!
Falls Sie Fragen zu unserer Chronik haben, sprechen Sie uns an. Wir geben Ihnen gerne weitere Auskünfte zu unserem Verein.